Teil eines Werkes 
2. Theil (1803)
Entstehung
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ken, Verzweiflung, Wuth druͤkten ſich wechſels⸗ weiſe auf ſeinem Geſicht aus; ein kalter Schweiß trof von ſeiner Stirne, ſeine Augen waren nie⸗ dergeſchlagen, ſeine Lippen ſahen bleifarbig aus. Ich zitterte bei dieſem Anblik, und entfernte mich ſchnell. Ich konnte ihn nicht bedauren, ich konnte ſeine Richter keiner Ungerechtigkeit beſchul⸗ digen, und doch fühlte ich ſo eine Art Gefuͤhl, das ich Mitleiden nennen moͤchte. Dahin fuͤh⸗ ren ſolche Grundſaͤze, ein verkehrtes Herz, und Einbildungskraft. Von der Natur vortheilhaft ausgeruͤſtet, mit einem vortheilhaften einneh⸗ menden Aeuſſern hatte er gultige Anſpruͤche auf die Achtung ſeiner Nebenmenſchen; jezt ſtirbt er verflucht von ſeinen Zeitgenoſſen; ſein Andenken iſt ein Greuel. Sein Leben war eine Kette von Laſtern; moͤge ſein Ende alle Gleichgeſinnte be⸗ kehren. Es war ein Verbrechen, daß man ihn ſo lange ungeſtraft umhergehen ließ. Die Ge⸗ rechtigkeit hat ſich endlich gerochen; hat aber da⸗ durch das durch ihn angerichtete Uebel wieder gut gemacht? Die vielen von ihm verfuͤhrten waͤlzen ſich jezt im Koth, oder ſind eine Beute der Verzn eiflung. Menſchen, welche ſich eben⸗ falls zu ſolchen verderbenden Grundſaͤzen beken⸗ nen, ſinnen vielleicht auf keine ſo kuͤhnen Ver⸗ brechen, aber eben. ſo empoͤrende. Sie entge⸗ hen vielleicht dieſem Loos, aber offenbar zum Nachtheil der Menſchheit.