Bweites Capitel. Die Convenienzheirathen.
Mademoiſelle Necker ſtand auf dem Balkon ihres Hauſes und ſchaute ſpähend in die Ferne. Ihre gewählte Toilette deutete an, daß ſie Gäſte erwarte, und ihre Miene drückte ſichtlich die Ungeduld aus, mit welcher ſie deren Ankunft entgegen ſah.
Eine dicke Staubwolke auf der Straße, die nach Paris führte, verrieth jetzt das Kommen eines Wagens. Bei dieſer Entdeckung wollte ſie ſich raſch umwenden und in den Salon zurückkehren, als ihr Ohr einen männlichen Schritt vernahm, und ihre Schritte anhaltend um zu lauſchen, kam Herr von Narbonne ihr auch ſchon entgegen.
„Wie!“ rief ſie erſtaunt.„Haben Sie Flügel? Ich habe Niemand kommen ſehen und ſind Sie da? Das gleicht ja einem Wunder.“


