Teil eines Werkes 
3. Bd. (1859)
Entstehung
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von ſchwarzem Marmor mit einem Basrelief über der Thüre, deſſen Zeichnung ſie ſelbſt angegeben. Weinend kniete ſie darauf am Sarge ihrer Eltern, welche ihr vom Himmel die Hände entgegen reichten. Wie oft hatte ſie in dem Bosquet gewandelt, wo es ſtand, wie oft in trau⸗ rigen Stunden hier Troſt geſucht, wie oft einſam hier gebetet! Jetzt ſollte ſie nun für immer hier Ruhe finden.

Die Municipalität von Coppet trug den Sarg, als einen Beweis der Liebe und des Reſpectes; der ganze Rath von Genf folgte. Der Herzog von Noailles hatte ſich von ſeinem Gute Rolle, das in der Nähe lag, nach

Coppet begeben, und alle Freunde und Verwandte von

nah und fern ſtrömten ebenfalls herbei, ihr dieſe letzte

Ehre zu erweiſen. Am Sarge wurde eine Predigt von

Necker vorgeleſen, die Alle tief ergriff durch den Gedanken, daß der eigene Vater die Beiſetzung ſeines Kindes mit begehe.

Hierauf wurde ihr letzter Wille verleſen, welcher die Bitte an ihre Kinder enthielt, ihre Ehe mit Rocca der Welt bekannt zu machen und den kleinen Knaben, welchen ſie aus dieſer Ehe beſaß, als Familienmitglied aufzunehmen.

Erſtaunt hörten die Umſtehenden dieſe Clauſel. Ben⸗ jamin Conſtant wurde todtenbleich; ſein Auge leuchtete, er ſah den armen Rocca eine Minute lang herausfordernd an, dann fiel ſein Blick auf den Sarg und mit einem

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