Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Obwohl voll guten Muthes wegen des Ausganges der

Heute jedoch vermißte man ſeine gewohnte Laune.

Sache, erregte es ihm doch ein gewiſſes unheimliches Gefühl, den ganzen Tag an ſich vorüberſtreichen zu ſehen ohne eine Botſchaft des Geheimraths von Zehmen. Hatte dieſer etwa dem Churfürſten noch keine Mittheilung von dem Inhalte des Memoirs gemacht?

Jedenfalls konnte er aus eigener Machtvollkommen⸗ heit mit ihm zu unterhandeln verſuchen und ſein Still⸗ ſchweigen im Namen der Churfürſtin⸗Mutter erkaufen wollen, und daß er hierzu noch keinen Schritt gethan, das nur nahm ihn Wunder.

Ihm ſelbſt, was konnte ihm geſchehen? Die Furcht, ſeine Bundesgenoſſin zu compromittiren, mußte ja alle Schritte hemmen und ſeine Perſon ſicher ſtellen. Es bangte ihm daher vor gar nichts in der Welt, als daß man ihm ſeine Verſchwiegenheit nicht hoch genug bezah⸗ len, die in ſeinem Beſitz befindlichen Briefe nicht des Kaufens werth halten möge.

Trotz ſeiner Verſchlagenheit rechnete er hier ſo ſchlecht. Legte man Gewicht darauf, ſeine Zunge zu bin⸗ den, ſo würde man doch nimmer dem Worte eines Ver⸗ räthers trauen, und welchen andern Bürgen konnte er denn für ſich ſtellen? Menſch bleibt ja Menſch. In einer vertraulichen Stunde, bei einem Glaſe Wein, ja ſelbſt