durch die Freuden des Faſ chings und häuslicher Wintergemüth⸗ lichkeit, durch Eisaufbruch und Lawinenfall bis zum beglückenden Fufe der erſten Lerche und dem Dufte des erſten Veilchens zieht das Jahr vorüber in Liedern, wo ein jedes für jeden Tag und der Jahreszeit entſprechend ausgewählt iſt. Nur die Sonntage ehören allein dem Herrn und iſt ein jeder durch ein troſtbrin⸗ gendes ausgewähltes Kirchenlied, mit Berückſichtigung aller Con⸗ feſſionen, vertreten.
Oſtern naht. Auferſtehung in der Natur wie im Herzen. Himmelfahrt. Pfingſten, das„liebliche Feſt“. Es blüht ein Früh⸗ ling auf, poetiſch verklärt, wie die Erde keinen ſchönern zu bieten vermag.
Der Sommer kommt mit ſeinen wogenden Fluren, ſtern⸗ geſticten Nachtigallnächten, Gewittern und Regenbogen. Es ver⸗ blüht„die letzte Roſe“ und
Der Herbſt zieht ein, fruchtbelaſtet, ſegenſchwer. Erndte⸗ und Polksfeſte auf grünem Plane. Winzerjubel. Der Jäger zieht zum Palde. Es wird ſtiller. Die letzten vereinſamten Blumenlichter erlöſchen. Ungaſtlicher Sturm reißt das letzte Blatt vom Baume und in immer grauere Eintönigkeit verſinkt die Landſchaſt. Alles ſcheint todt und erſtorben. Da ertönen durch die Nebel der Erde, einen himmliſchen Frühling verkündend, die Glocken des Allen⸗ ſeelentages.
Bald rieſelt es weiß hernieder und die Kindlein träumen von den Lichtern des Chriſtbaums, bis dieſer ſelbſt erſcheint in ſeiner goldnen und beſeligenden Pracht. Die Lieder aber klingen treu fort, bis ſie mit
„Des Jahres letzter Stunde“ ihr Ende erreicht und das Jahr begraben im Schobße der Ewig⸗ keit.— Dies nur die allerdürftigſten Andeutungen von dem Baue eines Werkes, das ſich allen Freunden der Pveſie bei auch nur flüchtiger Durchſicht ſelber empfehlen dürfte. 6
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