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„Und wenn es ſo wäre, wie Sie ſagen, mein Herr;— wenn ich wirklich für meinen Miether dieſe Rückſicht hätte, was gewinnen Sie dabei, mir einen Vorwurf daraus zu machen?“ fragte ſie ſchlau.
„Nichts weiter, als daß ich, indem ich Sie zu dem Bekenntniſſe, daß Sie die Wahrheit umgehen, zwinge, unnöthigem Zeitverluſte vorbeuge.“
„Und dann?“
„Nun, und dann werden Sie mich durch Ver⸗ ſprechungen auf morgen nicht hinhalten können. Glaubte ich Ihnen, ſo würden Sie dies Spiel von Tag zu Tag mit mir fortſetzen; ich käme morgen hierher zurück, und über⸗ morgen hierher zurück und immer fände ich Herr Leo⸗ pold ausgegangen. Beſſer alſo wir verſtändigen uns ſogleich: er läßt ſich verleugnen und damit gut.“
„Ich will Ihnen ſein Zimmer zeigen, Sie werden die Thüre verſchloſſen finden.“
„Von inwendig ohne Zweifel.“
Sie zuckte, mit einer Miene, die ausdrücken ſollte, ſie könne ihm, wenn er ihr nicht glauben wolle, weiter nicht helfen, mit den Achſeln und ſchien ſein Fortgehen zu erwarten.
Die Ader auf ſeiner Stirne ſchwoll, Zorn ſtand in ſeinen Mienen geſchrieben; er ſchritt der Thüre zu, dort wandte er ſich noch einmal wieder zurück, und ſagte:
Amely Boelte: Die Mantelkinder. 1. 15


