Siebente Novelle. 31
lich, daß ich ſehe, ich ſterbe in den Armen derer bei⸗ den Menſchen, die ich mehr liebe, als irgend etwas, was in der Welt iſt, naͤmlich in Deinen Armen, mein theuerſter Freund, und in den Armen dieſer Frau, die ich, ſeitdem ich ſie kennen gelernt habe, mehr liebte, als mich ſelbſt. Es iſt wahr, druͤckend iſt es mir, wenn ich bedenke, daß ſie nach meinem Tode hier als eine Fremde, und ohne Huͤlfe und ohne Rath zuruͤckbleibt; jedoch noch druͤckender wuͤrde es mir ſeyn, wenn ich nicht wuͤßte, daß Du hier waͤreſt, und daß Du, wie ich glaube, aus Liebe zu mir, eben dieſe Sorge fuͤr ſie haben wirſt, die Du fuͤr mich wuͤrdeſt gehabt haben; daher bitte ich Dich, ſo viel ich nur kann, wenn es wirklich mit mir zum Tode kommen ſollte, laß Dir meine Angelegenheiten und ſie empfohlen ſeyn, und thue ſowohl fuͤr die er⸗ ſten, als auch fuͤr die andere das, was Du glaubſt, das fuͤr meine Seele Beruhigung ſeyn koͤnnte. Und Dich, geliebtes Weib, bitte ich, vergiß mein nicht nach meinem Tode, damit ich mich auch dort noch ruͤhmen koͤnne, ich ſey hienieden von dem ſchoͤnſten Weibe geliebt worden, was nur jemals die Natur gebildet hat. Wenn ihr mir zu dieſen beiden Hoff⸗ nung macht, ſo verlaſſe ich, uͤber jeden Zweifel be⸗ ruhigt, dieſe Welt.
Der Handelsfreund, und auch eben ſo die Frau, weinten ſehr, da ſie dieſe Worte hoͤrten, und nach⸗ dem er ausgeredet hatte, beruhigten ſie ihn und ver⸗ ſprachen ihm auf ihr Wort, zu thun, was er von ihnen gebeten haͤtte, wenn er wirklich ſterben ſollte.


