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aus das ſchwarze, geſpenſtiſche Omen! So klagte der König, beugte ſich ſelbſt und hob mit Hülfe des Schä⸗ fers Iſaak den alten Draff vom Boden empor.
Beſinne Dich, armer Vater! Faſſe Dich, braver Mann! rief er dem Unglücklichen zu, der mit todesblei⸗ chen Wangen und ſchlotternden Gliedern in ſeinen Ar⸗ men hing. Draff ſchlug die Augen auf, ſein Blick ſtarrte lange auf das blutbefleckte Antlitz des Sohnes; mit einer kreiſchenden Stimme, die alle Herzen zerſchnitt, ſchrie er: Kein Kind mehr! Im grauen Haare, und kein Kind mehr! Dann löste er mit krampfiger Gewalt ſeine Arme und hob ſie zuckend gegen den Himmel, und auch ſeine Blicke funkelten aufwärts. Unbarmherzige Macht! blitze nur! Donnere nur! Ich ſtehe, ſtehe Deinem Gerichte! Allwiſſend? Und doch— du trafeſt den Rechten nicht! und er ſtreckte die bebende Hand ſtarr hinaus nach Cullean⸗ houſe, und ſeine Züge verzerrten ſich, ſeine Arme ſanken erſchlafft, er ſtürzte zuſammen und lag ohne Leben neben der Leiche des Sohnes zum Entſetzen Aller, welche Zeugen dieſes grauſen Schickſals ſeyn mußten und denen ver⸗ ſchleiert blieb, welche finſtere Macht hier gewaltet und den verſchmitzteſten Uebermuth mitten in ſeinem Triumphe zu Schanden gemacht.
12.
Das friedliche Culleanhouſe hatte völlig ein kriegeri⸗ ſches Anſehen bekommen. Bärtige Dragoner hielten auf ihren grauen Roſſen mit langen, blanken Waffen das Thor und den Hofraum beſetzt; die Milizen der nahen Ortſchaften lagerten auf den Wieſen oder rückten noch immer in ungeordneten Zügen heran, von Landleuten umſchwärmt, welche Neubegier von den Aeckern gelockt, indeß die erſchreckten und ängſtlichen Hirten ihre ſchwarzen Rinder und ſcheckigen Schafe höher an den Bergen hin⸗ aufzutreiben ſich mühten. Verwundete wurden in die Ställe des Schloſſes geſchleppt, und die bleiche, verſtörte Hausdienerſchaft zeigte ſich furchtſam in den Thüren und Fenſtern. Kriegeriſche Muſik näherte ſich jetzt den Mauern und wurde von dem Trompetengeſchmetter und dem Kö⸗ nigsrufe der Dragoner begrüßt. Zuerſt ſchritt ein ſtatt⸗


