Teil eines Werkes 
15 (1843)
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geblieben, eine vollig neue Erſcheinung war, und nur durch den Rang der Familie Ornano, welche ſich der Verwandtſchaft mit fürſtlichen Häuſern, ja mit könig⸗ lichen Häuptern rühmte, bei dem Volke entſchuldigt wurde. Die ganze Blutsfreundſchaft der Ornano's ſtrömte zu⸗ ſammen, und der korſiſche Adel war faſt gänzlich ver⸗ ſchwägert, wie es ſich bei den meiſten der kleinen, in ſich abgeſchloſſenen Volksſtämme findet; deſto mehr fiel es auf, daß Luciano Kaſakoni am Feſte ſeiner ſchönen Baſe fehlte und ſich durch eine auf einer fernen Jagd empfangene Verwundung entſchuldigen ließ. Unter den reichen Brautgeſchenken des Vorabends fand ſich aber ein beſonderes Geſchenk, zu dem ſich kein Geber meldete. Ein Blutkarneol der edelſten Art und von anſehnlicher Größe war es, in Herzensform geſchnitten und in die reichſte und zierlichſte Goldfaſſung von venetianiſcher Ar⸗ beit eingeſchloſſen. Als Vanina den zarten Brautſchmuck gegen das Licht erhob, ſah ſie den Stein mitten durch⸗ gebrochen und ſichtlich durch vorſätzliche Gewalt, und er⸗ ſchrocken ſchob ſie das Kleinod, ohne ſich über das Warum Rechenſchaft zu geben, unter die köſtlichen Stoffe, welche die Brauttafel belaſteten. Als die Trauung vollzogen war, umfing der ernſte General die überraſchte Braut mit unvermutheter Wärme in der einſamen Sakriſtei der Schloßkapelle, wohin ſie ſich zurückgezogen, bis das an⸗ drängende Volk ſich verlaufen konnte. Es war die erſte Zärtlichkeit, die er gewagt, eine Ehrerbietung, wofür ſie ihm Dank gewußt. Sie ſchlug erröthend die dunklen, herrlichen Augen zu ihm auf, und er küßte ihr Augenlid.

Vanina, ſagte er dabei, und ſein Auge blitzte ſie an wie ein Jünglingsauge, Du biſt von jetzt geknüpft an mich wie die Blume an den Stengel, wie der