Teil eines Werkes 
15 (1843)
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Salbenbüchschen ſeinem Meiſterwerk die nöthige Glätte und letzte Zierde gegeben, ſo warf er jetzt wiederum den Mantel herunter, drückte die Pickelhaube wieder auf des Bruders Kopf, ſtand aber dann wirklich erſtaunt und verſtummt vor dem Geputzten, deſſen Geſicht durch eine ſichtliche Heiterkeit den größten Theil ſeines ſtumpfen Cha⸗ rakters verloren hatte.

Nein, Sohn meiner Mutter, rief er laut, hier be⸗ darf's keines Spiegels, denn ſelbſt das größte Kryſtall⸗ glas aus dem Geheimzimmer der Kaiſerin könnte uns das eigene Bild nicht ſo vollkommen zurücktragen. Seh' ich Dich an, ſo iſt mir, als ſähe ich mein Spiegelbild, und Du darfſt darum nur auf mich blicken, um zu wiſ⸗ ſen, was Dir der Herrgott für eine Geſtaltung ange⸗ than. Gut, daß mein Bräutlein fern iſt, denn begeg⸗ neteſt Du ihr ohne mich, möchte ſie irr' werden, und die Verwechslung könnte mir einen argen Schabernack auf den Leib hetzen.

Andreas lachte ſtill zu den Scherzworten und nickte nach ſeiner Gewohnheit mehrere Male mit dem Kopfe, was er immer zu thun pflegte, wenn ein heiterer Ge⸗ danke in ihm lebendig geworden, dem er nicht ſofort Worte zu geben vermochte. Er reichte dann dem Bruder wie zum Danke die derbe Hand und ſagte treuherzigen Tones, aber dabei mit halbgeſchloſſenen Augen Leo an⸗ blinzelnd: Kleid und Haar macht nicht den Mann! Der Bauer würde in der erſten Stunde zu Tage kommen, und die galante Jungfrau würde den Irrthum an ihm mit Fußtritten wett machen.

Wer weiß? antwortete Leo, der Weiber Geſchmack iſt wunderlich. Vielleicht wüßte die Kathi Vorzüge an Dir zu entdecken, die mir ermangeln. Und eiferſüchtig