Teil eines Werkes 
14 (1843)
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Eurer Beſtien verſteht! höhnte ſie. Schauet bei Gele⸗ genheit in des deutſchen Junkers Geſicht, und wenn er den Blick auf Euch richtet, feſt und leuchtend, daß man meint, es ginge bis in's Herz hinab, und doch ſo ſanft und mild, nicht wie Sonnenbrand, ſondern wie Mond⸗ licht, dann werdet Ihr gewiß werden, daß ſelbſt eine Majeſtät ihm keine abſchlägige Antwort zu geben ver⸗ möchte, und ſelbſt der wüthigſte Bär in Eurem Zwinger zahm wie ein Schvoshund werden müßte vor ſolchem Augenſtrahl. Noch heute früh ſah er mich an auf dieſe Weiſe, als ich ihm den Imbiß, Waizenbrod und friſche Milch, hinauftrug. Jonzac, es war ein Glück, daß er nichts bat zugleich, denn hätten auch all die elftauſend Jungfrauen dabei geſtanden, ich würde nicht den Muth gehabt haben, ihm irgend Etwas abzuſchlagen.

So ſchlüpfte die Muthwillige zum Hauſe zurück, ver⸗ folgt von dem finſtern Blicke des Schwarzbartes.

Du freieſt um die, braver Löwenbändiger? fragte Gebhard, indem er ihm die harte Hand auf die Achſel drückte. Hübſche Blume, aber viel zu viel Muthwill, viel wildes Waſſer. Würbe ein deutſcher Waffenknecht um ſie, würde er die Riemenpeitſche zurecht machen, um ſie nach der Hochzeit zur Hand zu haben. Du dauerſt mich, Du ſtämmiger Waidmann.

Ehe Ihr Euch einlegtet, war ſie anders, murrte Jon⸗ zac gedankenvoll; wohl ſpröde wie all die junge Art, aber nicht ſpitz wie ein Pfeilſtachel, nicht höhniſch wie eine Affentatze.

Mir hat dennoch ihre Sorge um den Grafen das Blut warm gemacht, entgegnete Gebhard, und da die Gäule längſt geſattelt ſtehen, werde ich Knechte und Edelknaben aufſitzen laſſen, und dem Herrn nachreiten