Teil eines Werkes 
11 (1843)
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ſehen, und ohne tüchtige Püffe geht es nicht ab, das glaubt mir. Der alte erfahrene Schiffsmann hatte Recht gehabt.

Der Wachtmeiſter ließ den Nachen dicht unter ſeines

Hauſes Bodenthür anlegen, und unterdeß das Schiff be⸗ feſtigt wurde, ſchwang er ſich wie in eine Feſtungsbreſche mit einem breiten Ruder in der Fauſt in die Oeffnung, wohin ihm die Uebrigen roſch folgten, den Knecht aus⸗ genommen, den der vorſichtige Daniel zur Wache im Boote beorderte, und Alle waren auf dem weiten Boden⸗ raume geſammelt, ehe die Räuber, welche mit heißer Gier in geglaubter Sicherheit unten die verlaſſenen Kiſten und Schränke erbrachen und ausräumten, nur eine Idee von der plötzlichen Störung ihres heilloſen Geſchäfts haben konnten. Durch Winke und Zeichen ordnete noch der Wacht⸗ meiſter, der die Hausgelegenheit am beſten kannte, den beſchloſſenen Angriff an, um die Böſewichter möglichſt ſicher und raſch zu fangen; da trug ein ſtämmiger, ſchwarz⸗ haariger Kerl ein Käſtchen die Leitertreppe zum Boden herauf, und als ſein erſter Blick die unwillkommene Ge⸗ ſellſchaft gewahrte, ließ er das Käſichen hinab rollen, ſchwang ſich gewandt mit Blitzesſchnelle vollends hinauf, indeß ſein ſchallender Ruf: Hallob, Geſellen, Alle herauf aus dem Raume aufs Deck! Die Landhammel ſind da! in das Unterhaus hinab dröhnte. Der Wachtmeiſter ſprang vor, um ihn mit einem derben Stoße wieder da⸗ hin hinabzuwerfen, von wo er kam; aber ein Fauftſchlag des Räubers, gegen des Greiſes Bruſt geführt, achtem dieſen taumeln, und im Augenblick erſchienen, wie aus dem Fußboden gezaubert, ſünf andere Geſellen oben, lau⸗ ter gräßliche, ſchmutzige Burſchen, mit ſonnverbrannten Geſichtern, entblößten Armen, nackter, brhaarter Brußt,