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Innigkeit fielen wir uns am Scheidepunkte nochmals in die Arme. Eulalie, ſagte ich mit Heftigkeit, Du und ich ſind nun ein Weſen geworden, eines wie in der⸗ ſelben Minute geſchaffen, nun unſer bis zum Tode, die Minute Deiner Vernichtung iſt auch die meinige.— Dein! flüſterte ſie leiſe. Deine Eulalie, und von heute an nichts weiter auf der Welt!— Sie ſchwankte in den angelehnten Thorweg, und ich kam wie ein Trun⸗ kener, der ſich einem Kaiſer gleich hält, und alle Schätze der Erde zu beſitzen wähnt, auf meinem einſamen Zim⸗ mer an, und ſitze da nun mit gefaltenen Händen, und ſtarre zum Fenſter hin, wo die Millionen leuchtender Sterne funkeln, und frage demüthig hinauf: Hat denn die Menſchenbruſt Raum für dieſe unermeßliche Selig⸗ keit? War ich denn werth dieſer göttlichen Gabe? Und was bleibt dem Himmel zu ſchenken übrig, wenn die Erde ſchon ſolches Entzücken ſpendet.— O die Liebe macht fromm; der Liebende empfindet, daß ſein Glück von oben kommt, daß Menſchen ſo etwas nicht zu ſchen⸗ ken vermögen; er zagt, daß die Befeindung irdiſcher Gewalt, irdiſchen Neides nach ſeinem Kleinod trachten möchte; er fühlt, daß nur die unſichtbaren Mächte des Himmels ſein Heiligthum beſchirmen können, ihm erhalten können in den rauhen Wettern der Erde, was von ihnen kam. O die Liebe macht fromm, und ich war nie mei⸗ nem Gott ſo nahe, als in dieſer Nacht!—
6.
Welche ſchreckliche drei Tage gingen im Schnecken⸗ ſchritt unter Foltern vorüber! Kann die Hölle ſo dicht an den Himmel grenzen? O es wohnt ja Laſter und Tugend, Teufel und Engel unter einem Dache, und Blumenhagen. IX. 29


