Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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Ihnen über das neue Leben berichten möchte, das ich in zwei Jahren ſeit unſerer Trennung in dem gro⸗ ßen Weſtlande betrachtet habe, wohin ich, wie frü⸗ her zu Ihnen, als eine Fragende, eine Suchende reiste.

Dieß iſt mein Wunſch. Aber ich kann nur Eines verſprechen, nemlich, daß ich Sie nicht mit vielen Wor⸗ ten aufhalten will.

Was werden, was wollen Sie dort in America ſehen? fragten Sie und manche Freunde in Dänemark mich vor meiner Abreiſe.

Ich wollte das Kommende ſehen Denn Eines iſt, das leiſe durch die Zeit gegangen kommt, vom An⸗ fang der Weltgeſchichte an. Blutige Zeitalter, glänzende, ſchöne Perioden ſind bloß verſchiedene Gemächer, durch welche ſie ſchweigſamund ſtill hinſchreitet und immer heller aus der dämmernden Hülle hervortritt, bis zur Zeit, an deren Schwelle ſie jetzt ſteht, von Vielen mit Ent⸗ zücken, von Vielen auch mit Beben betrachtet. Und fragt man: Welches iſt dieſe Geſtalt, vor der die Throne wanken, die Kronen fallen, und aller irdiſche Purpur erhlaßt? ſo lautet die Antwort:

Der Menſch! Der Menſch in urſprünglicher Wahrheit, geſchaffen nach dem Bildniſſe Gottes!

In allen Reichen des Chriſtenthums gewahrt man ihn, ſpricht für ihn, kämpft gegen ihn und bereitet ihm den Weg. Denn ſein Tag iſt gekommen und er muß mit ihm kommen*).

*) Ein ſchöner Beweis dafür ſcheint mir die freie und warme Huldigung zu ſein, welche freie Völker in unſern Tagen edlen und freiſinnigen Regenten, wie Leopold, Victoria und Oscar widmen. Welche Triumvphzüge der Vorzrit können wohl mit den edelmenſchlichen Dankfeſten verglichen werden, die man heuer überall in Schweden und Norwegen für König Oscars Gene⸗ ſung gefeiert hat, Huldigungen, die ebenſowohl dem Menſchen als dem Regenten gelten?

S S