Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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25 rakter ſich auf keiner Härte habe betreffen laſſen. Frei⸗ lich, ihr Kränkeln ahnte auch Niemand. Sie iſt entſetz⸗ lich hyſteriſch! Gleich Thränen, gleich Nervenzittern! Dergleichen Waffen kannten freilich die bibliſchen Frauen nicht. Hagar fiel nicht in Krämpfe, als Abraham ſie verſtieß, Marie bekam keine nervöſen Zufälle, als ihr das Schwert durch die Seele drang und doch litten ſie 3te nicht eingebildete Schmerzen. Mein eheliches Leben iſt, ſtatt einer Frende, eine Prüfung für mich ge⸗ worden. Nun, der Herr liebt die, die er züchtiget.

Er ging in ſeine Abeitsſtübe und entwärf ſeine nächſte Predigt⸗

Kaum hatte er aber ein paar Stünden dieſer Be⸗ ſchäftigung gewidmet, ſo wurde er durch einen Boten Luitgard's ſeiner hochfliegenden Diction ittſei

Regine iſt krank, ſehr krank, ſagte ihm ein flüch⸗ tig geſchriebenes Billet,kommen Sie, ſo ſchnell als möglich, und beſtimmen Sie, was geſchehen ſoll.

Sie iſt todt! war ſein nächſter Gedanke.

Jetzt erwachte zum erſten Male die Vermuthung in ihm, daß er doch wohl zu ſtreng, zu hart geweſen ſei; die Befürchtung, ſtreſtte gefunden zu werden, ſtürzte ihn in ein Labyrinth von ſchwarzen Vorſtellungen. Er beſtieg eine Droſchke, und erreichte in unſagbarer Angſt und Gewiſſenspein das Landhaus.