Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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ihre Nachtkleider zu bringen, während Paul im Neben⸗ zimmer einen Boten nach der Apotheke beorderte.

Als er wieder in das Krankenzimmer trat, verließ Luitgard dasſelbe, um einige Anordnungen zu ihrer eigenen Bequemlichkeit zu treffen.

Er war allein bei ihr! Zetzt erſt zerſprang die Elaſticität, die ihn bis dahin aufrecht erhalten hatte. Der Gedanke was ſie erlitten haben mußte, um bis zu dem letzten Reſultate übermenſchlicher Q ual geführt zu werden, ſchüttelte ihn, wie Fiebepfroſt. Immer den Blick auf das ſelbſt in Schmerz und Jrrſinn ſchöne Ge⸗ ſicht gerichtet, ließ er das fieberheiße Gelenk los; in ſeiner Bruſt entzündete ſich eine Flamme und ſchien alles Blut ſeines Herzens zu Thränen umzuſchmelzen, ſeine Kniee ſanken unter ihm und der dumpfe Laut des Schmerzes drang durch ſeine zuſammen gepreßten Zähne; ſchluchzend lag er vor dem Lager, auf wel⸗ chem fremdes Eigenthum, durch eigene und fremde Schuld die Kriſis zwiſchen Leben und Tod beſtand.