Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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„Wir werden gute Freunde werden,“ ſagte er wohl⸗ wollend bei dem verſpäteten Aufbruch—„und als ſolche unſer Geſchäft beenden.“

„Freunde?“ fragte Gregor ſpöttiſch, als die Thüre hinter Joachim ſich wieder geſchloſſen hatte,„nein, mein guter Profeſſor, der anſpruchvolle Poſten wird bei mir ewig unbeſetzt bleiben. Solch überflüſſiger Bal⸗ laſt könnte die Barke meiner Exiſtenz bedenklich ge⸗ fährden, nie aber dieſelbe in günſtiges Fahrwaſſer bringen.“

Er dachte zurück und geſtand ſich, daß er nie ei⸗ nen Freund beſeſſen, noch begehrt hatte; die Jahre, in denen gewöhnlich ſolche warme Verbindungen ge⸗ ſchloſſen werden, waren bei ihm ſchon durch Liebeleien mit Frauen und Mädchen ausgeſüllt; die Gelage der Univerfitätszeit hatten ihm Genoſſen verſchafft, deren näheren Umgang er jedoch ſpäter entſchieden vermied, und als er den ruhig prüfenden Blick für fremde Cha⸗ ractere gewonnen— hatte er die Theilnahme an ihnen und mit derſelben die Sehnſucht nach Verſtändniß verloren.

Wie das erwachſene Mädchen nur mit Lächeln die Steinchen mitleidig in der Hand behält, die ihr die kleine Schweſter als Silberthaler vom Spielplatz mit⸗