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„Bis uns zuletzt des Koͤnigs von Boͤhmen Majeſtät zu Prag alle aus dem Sattel hob 2 ſprach mit zuver⸗ laͤſſigem Ton der dicke Schlammersdorf, indem er einen Becher Hochheimer zum Munde fuͤhrte.
„Hab' ich dir's nicht geſagt, Bruder Carpezan,“ fing Duͤſterloh wieder luſtig an,„mit dem Boͤhmerkoͤnig war's nicht richtig; das war der Trumpfkoͤnig, und du warſt der Getrumpfte, mein ehrlicher Junge.“
„Du luͤgſt,“ ſchrie Carpezan, dem ſchon das Blut in allen Adern kochte,„haſt ſie ſchon einmal verleumdet, ohne mir Beweiſe bringen zu koͤnnen!“
„Jetzt aber hab' ich Beweiſe, Bruderchen, ſchoͤne Beweiſe, klar wie die Sonne am Himmel, daß Lud⸗ millchen und dein liebes Vetterchen einig ſind.“
„Heraus damit, Verwegener, oder ich durchbohre dich auf der Stelle, was weißt du?“
„In ſeinen Armen haben wir ſie geſehen und ihre Liebesſchwuͤre gehort, ich und der Schlammersdorf und der Hehden. Redet, ihr dort, hab' ich wahr oder falſch geſprochen?“
„Die lautere Wahrheit, wir bezeugen es!“ ant⸗ worteten die Aufgeforderten.


