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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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geraͤumigen Audienzſaal der alten Grafen von Zirkſena waren gegen funfzig kriegeriſche Gäͤſte bei reichbeſetzter Tafel und vollen Flaſchen luſtig und guter Dinge.

Das Mahl hatte ſeine Mitte erreicht und die Koͤpfe der meiſten Trinker waren ſchon aͤußerſt erhitzt, als Mannsfeld die Geſundheit des neuen Obriſten aus⸗ brachte. Ein dreimaliges donnerndes Vivat erklang dem Gefeierten, der es mit einem Lebehoch auf den Feldmarſchall und ſeine wackern Kameraden beant⸗ wortete.

Jetzt bring du einmal einen Trinkſpruch aus, Carpezan, rief Mannsfeld.

Dem Soldatengluͤck! ſprach dieſer, das Glas erhebend. Alle thaten jubelnd Beſcheid.

A propos, begann Mannsfeld wieder zu Carpe⸗ zan gewendet,will dein junger franzoͤſiſcher Vetter noch immer nicht ſein Gluͤck unter meinen Fahnen ver⸗

ſuchen?

Zur Zeit noch nicht, Erlaucht, er hat noch keinen Abſchied aus franzoſiſchen Dienſten.

Oh, der hat ſchon längſt zu einer neuen Fahne geſchworen, ſprach Duͤſterloh, ſich etwas berauſcht anſtellend;weg mit den Lilien, ein ſchoͤnes Frauen⸗