Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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32 Jakob von Artevelde. ten die Thür aufſchließen, als plötzlich Schweſter Veerle von uns fortgeriſſen und auf einer Leiter über die Mauern entführt wurde. Sie wehrte ſich und ſchrie, daß es uns das Herz zerriß; aber es waren zu viele Männer; die Leiter verſchwand hinter der Mauer.... Wir ſind gelaufen.... Ach! die Arme! die Arme! die Unglückliche!.... in Händen von Räubern!.... Was wird mit ihr geſchehen!....

Lieven wartete das Ende dieſer Ausrufungen nicht ab. Ein gellender Schrei entfuhr ſeiner Bruſt; er zog ſeinen Dolch, und mit der anderen Hand den Arm der Beggynen ergreifend, ſagte er haſtig:

Kommt, kommt! zeigt mir den Platz, daß ich ſie befreie! Ihr wagt es nicht? Gott! was iſt zu thun?

Ich will mit Euch gehen! ſprach eine Andere, während ſie vorauslief und ihn nach der Mauer brachte, wo die Entführung ſtattgefunden hatte.

Hier fand Lieven eine Anzahl Beggynen, die mit unaufhörlichem Geſchrei das Schickſal ihrer unglücklichen Schweſter beklagten, von den Räubern und von Veerle jedoch nicht die geringſte Spur mehr. Es war hinter der Mauer ſo ſtumm und ſo dunkel, wie im Grabe.

Wie vom Fieberwahnſinn gejagt und mit der äußer⸗ ſten Verzweiflung eilte der junge Denys zum Beggynen⸗ hofe hinaus, wandte ſich um die Mauer und lauſchte mit geſpannter Aufmerkſamkeit, ob er nichts vernehme. Er ſuchte mit den Blicken die Dunkelheit zu durchdringen; aber alle ſeine Mühe war vergeblich. Mit zerſchmetter⸗ tem Herzen und die Augen voll Thränen kehrte er nach

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Jakob