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Bruno wurde Vater von drei Kindern.
Der Tod nahm mit der Zeit manchen ſeiner Freunde und Verwandten von der Erde. Zuerſt den guten Knecht Jan, dann den Brauer und dann Brunos eigne Mutter... ÜUnd als er ſeinen älteſten Sohn an ſeiner ſtatt zum No⸗ tar hatte ernennen laſſen, entſchlief auch er ſanft in dem Herrn.
Genoveva lebt noch; ſie iſt eine alte Frau von fünf⸗ undſiebzig Jahren; doch noch wohl auf und friſchen Geiſtes.
Als ſie mir einſt vom Bauernkriege erzählte und meine Aufmerkſamkeit durch die Funken von Muth und Begeiſterung feſſelte, die bei der Erinnerung an denſelben in ihren Augen ſprühten, endigte ſie ihre Erzählung mit den Worten:
„Das war das traurige Ende unſres Freiheits⸗ kampfes..... Man hat ſeit jeuer Zeit von den Bri⸗ gands als von einem Haufen feiger Schwärmer geſprochen. Hätten ſie geſiegt und das Vaterland ſeine Freiheit be⸗ halten, ſo würde die Nation auf ihren Heldenmuth ſtolz ſein. Nun ſagen aber die Geſchichten des Landes kein Wort von den armen Brigands, die ihr Blut in Strömen für die allgemeine Unabhängigkeit vergoſſen, als die Städte feig das Haupt vor der fremden Tyrannei beug⸗ ten. Keiner der lebenden Patrioten wagt es zu bekennen, daß er an dem heldenmüthigen Kampfe Theil nahm. Iſt es denn nur das Gelingen einer Sache, das ſie in den Augen der Menſchen gut und gerecht macht? Die unter⸗ liegende Tugend muß ſich ſchämen vor dem triumphiren⸗ den Böſen!— Gott da droben weiß es beſſer: Er wird jeden richten, nicht nach dem Erfolg ſeiner Thaten, ſon⸗ dern nach der Abſicht, die ihn bei ſeinem Thun und Laſſen beſeelte!“
Ende.


