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Die franzöſiſchen Generale waren ohne Zweifel überzeugt, die Stadt werde ſich wohl von ſelbſt über⸗ geben, ohne daß es nöthig ſei, einen blutigen Sturm zu wagen.
Den ganzen Nachmittag blieben die Sachen auf demſelben Punkte. Die Stadt wurde bis zum Abend mit verdoppelter Gewalt beſchoſſen; aber ſobald die nächt⸗ liche Dunkelheit über die Ebene und die Feſtung ſich ſenkte, brach man das Feuern auf der feindlichen Seite ab, um zum Kampf des nächſten Tages neue Kraft zu ſchöpfen........
Es war Nacht.
Oede und leer waren die dunkeln Straßen der Stadt Dieſt. Kein lebendig Weſen unterbrach die tiefe Stille, die die belagerte Feſtung einer Todtengruft ähn⸗ lich machte, und als ob man mit Abſicht die unendliche Dunkelheit noch hätte vermehren wollen, waren alle Lichter auf Markt und Straßen ausgelöſcht.
Dieſe unheimliche Stille, dieſe geheimnißvolle Ruhe, dieſe ſchreckliche Oede dauerte ununterbrochen fort, bis die Glocken von Kirchen und Kapellen in langnachhallen⸗ den Tönen die feierliche Stunde der Mitternacht ver⸗ kündeten.
Da veränderte ſich plötzlich das Schauſpiel, als ob die Glockenklänge eine ganze Bevölkerung aus dem Todtenſchlafe geweckt. Viele Thüren wurden vorſichtig geöffnet und wieder geſchloſſen. Unmittelbar darauf er⸗ ſchienen ſchwarze Menſchengeſtalten, die mit leiſem Schritt und ſprachlos an den Häuſern hinſchlichen, als wollten ſie eine Beute überfallen oder ein Verbrechen begehen.
Man hiüätte in dieſer tiefen Dunkelheit nicht erken⸗ nen können, welcher Schlag von Menſchen ſo geheimniß⸗
Conſcience, Bauernkrieg. 18


