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ſtehen bis auf unſere Tage? War es nicht ein langer Streit, ein unnnterbrochener Kampf, ein unaufhörlich Blutvergießen, eine rieſenhafte Anſpannung aller Kräfte zur Vertheidigung der Freiheit?
Trotz all des ſchweren Unglücks, von dem unſere Vorfahren im Verlauf der Jahrhunderte heimgeſucht wurden, und obgleich mehr als irgend ein anderes Volk der Erde geprüft, hatten die Belgen doch bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts ihre bürgerliche Unabhängig⸗ keit unverletzt erhalten. Das„Blyde intrede“ oder Grund⸗ geſetz des Landes beſtimmte die Pflichten und Rechte von Fürſt und Volk und wurde bei jeder Thronbeſteigung nach uralter Gewohnheit unter blauem Himmel feierlich beſchworen.
Ungefähr um dieſe Zeit bereitete ſich auf franzöſi⸗ ſchem Boden ein Ungewitter vor, das ganz Europa bis in die innerſten Eingeweide erſchütterte.
Die offenbare Sittenloſigkeit und ſchamloſe Unge⸗ rechtigkeit derjenigen, welche in Frankreich als geſetzmäßige Häupter des Volks dem Volk ein Vorbild hätten ſein
ſollen, hatten in dieſem Lande die Gemüther für eine
Lehre reif gemacht, die allem Anſehen Hohn ſprach und demzufolge den Quell der Willkühr und Tyrannei ver⸗ ſtopfen zu wollen ſchien.
Stolze Geiſter, mit Wiſſenſchaft und Kunſt gewaff⸗ net, goßen langſam und mit berechnetem Fleiß das Gift des Zweifels in den Buſen des Volks. Sie erklärten den Menſchen zum Gott der Schöpfung und läugneten den Gott im Himmel; ſie ſchürten in jedem das Gefühl der menſchlichen Rechte an und löſchten den letzten Fun⸗ ken des Gefühls der Pflichten aus.
Erfüllt von Haß gegen das, was ihre Väter aufge⸗ baut oder geachtet hatten, warfen ſie den Spott mit vollen Händen über Gottesfurcht und Sitte, über Ver⸗ trauen und Glauben; zu ungeſtüm und zu ſtolz, um den verfaulten Acker vom Unkraut zu reinigen, warfen ſie
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