Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Eine einzige weiße, zitternde Nebelwolke breitete ſich dünn

über den ganzen Himmel, rollte ſich am Horizont ab⸗ wärts nach dem Meere und ſtumpfte die ſcharfen Ränder der fernen Moorlandſchaft ab.

Die Sonne ſchien bleich und zitternd, die leichreſten und höchſten Blätter an offenen Fenſtern ſtehender Blumen waren ſtill, die Hausthiere lagen ſchläfrig in dunkeln Winkeln, hier und da ein zufälliges Geräuſch von häus⸗ lichen Verrichtungen dröhnte dumpf und ſchwer durch die träge, luftloſe Stille, welche ſich mit der Hitze auf die Erde herabgeſenkt zu haben ſchien.

Unten in der Dienerhalle war in der gewöhnlichen Rührigkeit der Morgenarbeit ebenfalls eine Pauſe einge⸗ treten. Als Roſamunde auf ihrem Wege nach dem Zimmer der Haushälterin hineinſah, um die Schlüſſel zu holen, fächelten ſich die Weiber und die Männer ſaßen in Hemdärmeln.

Alle ſprachen verdrießlich über die Hitze und alle kamen dahin überein, daß ein ſolcher Tag im Monat Juni noch niemals erlebt worden.

Roſamunde nahm die Schlüſſel, lehnte das Aner⸗ bieten der Haushälterin, ſie zu begleiten, ab, führte ihren Gatten die Gänge entlang und ſchloß die Thür der nörd⸗ lichen Halle auf.*

Wie unnatürlich kühl es hier iſt! ſagte ſie, als ſie in die verlaſſenen öden Räume traten.

Am Fuße der Treppe blieb ſie ſtehen und faßte den Arm ihres Gatten feſter.

Iſt Dir etwas? fragte Leonard.Berührt der

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