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189 Madame Bignol war eine junge freund⸗ liche Frau von hoͤchſtens 24 bis 25 Jahren; eine volle runde Geſtalt, ſehr geſchmackvoll angezogen, und die zuvorkommendſte Artigkeit ſelbſt. Die Fenſter beſchirmten gruͤne Jalou⸗ ſien, nur ein halbes Tageslicht daͤmmerte in dem eleganten Zimmer, in welchem die mo⸗ dernſten Meubles prangten. Madame Big⸗ nol war auf meinen Beſuch vorbereitet; Cho⸗ kolade und Madera und ſuͤſſe Fruͤchte wur⸗ den zum Fruͤhſtuͤck aufgetragen; das Dejeuner war von Berliner Porcellain, die Glaͤſer von geſchliffenem Cryſtall, die Fruchtkoͤrbe zierlich gearbeitetes Silber. Hier war meine kleine Meta gewiß gut aufgehoben; ich haͤtte mich hier lieber gleich ſelbſt mit erziehen laſſen moͤgen. Ardeglio hatte Recht. Gewiß war dies das beſte Inſtitut in ganz Hamburg. Madame Bignol ſprach mit Enthuſias⸗ mus von ihren Pflichten gegen ihre Zoͤglinge, und wahrſcheinlich, um mir die ſprechendſten Beweiſe zu geben, wie ſie es verſtand, ihre


