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folgte ihr in ein Nebenzimmer und im heftigſten Tone begann hier Theoroſa:
„Sie haben Fürchterliches gethan. Wer ſind Sie? Welches Spiel treiben Sie? Warum haben Sie den guten Baumann zur Auswande⸗ rung verführt?“
Eugen ſtand betroffen. Er hatte eine em⸗ pfindſame Diakoniſſin erwartet und fand eine keifende Dame, die bei jedem Worte bis in die Schläfe hinauf roth wurde.
„Ich will annehmen,“ ſagte er endlich,„daß es zu den Nebeneinkünften meines jetzigen Be⸗ rufes gehört, ſolche Beg egnungen wehrlos hinzu⸗ nehmen. Wollen Sie mir erſt ſagen, was Sie von mir wiſſen?“
Theoroſa ſetzte ſich ermüdet auf den nächſten Stuhl und berichtete, daß ſie vor wenigen Tagen zwei Briefe des Ausgewanderten auf Einmal erhalten habe und daß dieſer ſchreibe, ſein Einſteher werde ihr bereits Alles mitgetheilt haben und ſie möge ſich ſeiner gefahrvollen Lage annehmen.
Eugen ſah ſich nun genöthigt, abermals ſein Leben zu berichten; er erwähnte dabei weder des Verhältniſſes zu ſeiner Mutter, noch ging er überhaupt auf eine tiefere Begründung ein.
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