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Beim Ausgange aus dem Miniſterialgebäude ſah Eugen den Fragſamenhändler in dasſelbe ein⸗ treten; er ſchien ihn nicht erkannt zu haben.
Eugen kehrte wieder in den Hofbau zurück und jetzt erinnerte er ſich, daß er hier ganz in den Fußtapfen ſeines Tauſchmannes wandelte. Hier wimmelte es von höheren und niederen Bedienſteten und ihren Familien; die Erinne⸗ rung an den Vergleich des Ausgewanderten, der dieſen Anbau des Schloſſes als die angebauten Sperlingsneſter am großen Storchenneſt bezeich⸗ net hatte, ſchwebte als Lächeln auf dem Antlitze Eugens.
Die Bedienten der Bedienſteten lachten über den Bittſteller, der mehrmals in den langen Gängen ſtolperte, als er nach Frau von Schüt⸗ tenhelm fragte.
Die Stiftsdame Theoroſa von Schütten⸗ helm wohnte ebenfalls im Hofbau, aber es dauerte lange bis ſie aufgefunden war. Gideon Kron⸗ auer, der ſtets ernſter Miene war, lächelte, ſo oft er von Theoroſa ſprach. Er nannte ſie ſtets die Reichstante oder auch die ewige Weihnachts⸗ kerze. Zu nicht geringer Verlegenheit Eugens war ſie oft Gegenſtand des Geſpräches zwiſchen Gideon und der Frau Pfarrerin; Eugen mußte
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