Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Baume, drin ſein Heimweſen ruht. Iſt's die alte Gewohnheit, ſeinen Bauſtoff zu ſuchen, die ihn noch jetzt nicht raſten läßt, oder will er aus freier Höhe die Heimath überſchauen? Und wie er ſich niederläßt auf anderem Baume, wo An⸗ dere wohnen, kündet ſein Sang den nachbarlichen Gruß. Das Reſt iſt da und aus warmem Brüten fliegt bald ein neues Geſchlecht auf.

Eugen ſaß in ſeinem Garten am Berge hinter dem Schulhauſe. Der Garten war wüſt, Kaidl hatte nicht gepflanzt und Unkraut wuchern laſſen, weil er doch bald dieſen Boden verlaſſen mußte. Das iſt deine Schule. Eugen war voll Unruhe, er konnte ſich noch nicht dreinfügen, daß die kommenden Tage ohne äußere Ereigniſſe und Wandlungen und Alles blos ein ſtilles Ent⸗ falten des Geſetzten ſein müßte. Wie oft hatte er ſich nach ſolch geſchloſſenem Sein geſehnt, und jetzt, da es ihm geworden, kam ihm das Dorf da unten ſo fremd vor, da war kein Menſch, der nach ihm fragen mußte; er war in eine fertige Welt eingekeilt, wo jeder ſeine feſten Beziehungen hat und was er dem Fremden bietet iſt ein freies Almoſen. Eugen gewahrte, wie ſeine Gedanken dem Gefährten über das Meer folgten; er ward

inne, wie ſchwer es iſt, von einem Hinausſtreben *

gen Neſte

ſeine ſtille