Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Vom nächſten Hauſe beginnt ſchon die Gemarkung, ſagte der Lehrer,und wir haben noch ziemlich eine Stunde bis zur Herberge. Sehen Sie dort die Ruine auf dem Vorberge? Dort am Fuße liegt die Kirche, das Schul- und Wirthshaus und das eigentliche Dorf. Das iſt eine der beſten Schulſtellen im Lande, mir ſo lieb als eine geringe Pfarrei. Zwar nur drei⸗ hundert Gulden baar, aber mehr als zweihundert Nebeneinkünfte, Holz, Dürrobſt, Korn und Kir⸗ ſchengeiſt genug. Es kommen nur alte Leute auf die Stelle. Das iſt gut für die Lehrer, aber nicht gut für das Dorf, denn ſie bekommen hier nie eine jugendlich friſche Kraft. Ich habe den letztverſtorbenen Lehrer gekannt.

Das iſt eine Beſcheerung, rief Freihaupt plötzlich.In dieſer rauhen Gegend ſind die Wald⸗Kirſchen jetzt erſt reif. Ich habe dies Jahr noch keine geſehen und gekoſtet.

Flugs war er über den Wegrain hinweg und ſein Gemshorngriff bog ſchnell einen trauben⸗ artig behangenen Zweig hernieder.

Im Namen der Menſchheit, rief der Lehrer ihm nacheilend und mit dem Flötenſtock ſo raſch ſchwingend, daß die Einzeltheile in's Kornfeld flogen.Im Namen der Menſchheit

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