Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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WMännern kennen gelernt, hielt es Manna für ihre Pflicht, vor

Allem Profeſſor Einſiedel zu nennen.

Alſo den leibhaftigen eingeſchrumpften Dünkel.. das dürf⸗

tige Männchen, das ſich gern einen antiken Griechen nennen läßt,

haben Sie kennen gelernt?

½ Die beiden Männer lachten und Manna ſah ſtaunend, wie der von ihr ſo hochverehrte Profeſſor Einſiedel in die lächerlichſte

Caricatur verwandelt wurde. Sie fühlte nicht die Kraft, ihn hier zu vertheidigen, ſie ſchwieg.

Wir geleiten Sie nach Haus, ſagte endlich der Pfarrer.

Sie, verehrter Amtsbruder, ſollen einmal die ſchöne Villa ſehen.

Von den beiden Geiſtlichen geleitet, ging Manna nach ihrem elterlichen Haus, ſie erſchien ſich wie ein gefangener Verbrecher, und doch waren die Männer überaus freundlich und zutraulich.

Im Hofe trafen ſie Sonnenkamp. Er war ſehr zuvorkommend und ehrerbietig und machte ſich eine Freude daraus, den ehr⸗ würdigen Männern den Park, den Obſtgarten, die Treibhäuſer und zuletzt die Villa zu zeigen. Der Domdechant zeigte ein feines

4 Verſtändniß für Alles, und als Sonnenkamp wieder mit einem 4 gewiſſen Stolz darauf hinwies, daß jede Feuerſtelle ihren beſondern Kamin habe, bemerkte er plötzlich, wie der Domdechant einen

raſchen Blick mit dem Pfarrer wechſelte und dabei befriedigt lächelte. Alſo das glaubt Ihr? ging es in Sonnenkamp auf. Ihr nehmt die Villa in Augenſchein, um ſchon jetzt einzutheilen, wie dieſes Haus zum Kloſter umgewandelt werden kann, wenn Manna ihren Vorſatz ausführt? Lieber verbrenne ich das Haus mit Allem, was darin!

Die beiden Geiſtlichen verſtanden nicht, warum plötzlich ein ſo veränderter, ſiegender Ausdruck in den Mienen Sonnenkamps war; er war glücklich, daß er jeden Trug Anderer durchſchaute. Er

geleitete die Männer bis an das Thor und bat ſie, noch recht oft

ſein beſcheidenes Haus zu beſuchen.