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475 „Nur eine Stunde von hier aus?“ fuhr Walpurga auf,„da lauf' ich hin. Das iſt ja die beſte Hülfe, die einzige. Hanſei geh Du voraus mit dem Kind, ge⸗ raden Wegs auf die Alm; ich komm' bald nach, vom Städtchen aus, und ich bringe Gutes mit.“
„Weib, biſt Du närriſch geworden? Mach' mich nicht auch verrückt. Jetzt willſt Du fort? So nah bei der Todtkranken?“
„So muß ich Dir ſagen: Die Königin iſt unten, und die Königin allein kann helfen. Behüt' Dich Gott, Hanſei, und behüt' Dich Gott, Burgei, ich komm bald nach.“
Fort rannte ſie, den Wald hinab, nach dem Bach, am Ufer entlang, dem Städtchen zu.
„Wo iſt die Mutter? Mutter, Mutter!“ klagte das Kind.
„Sei ruhig,“ tröſtete Hanſei,„die Mutter hat da unten noch ein Kind, und das iſt ein Prinz, und der ſchickt Dir goldene Kleider.“
„Iſt das ein verzauberter Prinz, den die Mutter erlöſt? Was iſt er denn jetzt?“
„Ja, er iſt verzaubert,“ beſchwichtigte Hanſei; er glaubte damit fertig zu ſein.
„In was denn aber iſt er verzaubert?“ fragte das Kind.
„In einen Kukuk. Aber jetzt laß mich in Ruh' Kein Wort mehr! Sei ſtill!“
In ſeltſamen Gedanken gingen Vater und Kind den Berg hinan. Hanſei begriff nicht, wie ſeine Frau jetzt die Freundin verlaſſen und zur Königin gehen kann— vielleicht iſt da etwas zuſammen gebandelt.


