Am Morgen ging's nach einem kleinen Gebirgs⸗
ſtädtchen. Der Hofarzt wendete ſich an den Phyſicus, Sn
reiſte mit ihm mehrere Tage umher, fand aber nichts, für das er ſich entſcheiden konnte; dennoch verzeichnete Phy 1 er einige Namen in ſein Taſchenbuch. kit, Der Cavaliersmuth wollte dem Hofarzt bald aus⸗ wh gehen. Er ſah in die Hütten des Elends, in ſo viel jee Plage und Armſeligkeit, daß es als ein Traum er⸗ dabe ſchien, wie Menſchen vom gleichen Fleiſch und Blut ſo nit
1 ſorglos in Schlöſſern leben. Hier draußen iſt das ſhie 3 Daſein eitel Müh' und Sorge, nichts als ein Arbeiten, 31 um ſich am Leben zu erhalten, damit man morgen azte wieder arbeiten und wieder ſorgen kann. eine 1„Nur keine Sentimentalitäten!“ rief ſich der Arzt über 3 zu.„In dieſer beſten Welt iſt es einmal ſo! Die un Menſchen ſind nichts Anderes als die Thiere. Das wen Reh im Walde lebt und fragt nicht, wie es dem Vogel vo geht, und der Vogel kümmert ſich nicht um den Froſch, ns
außer wenn es ein Vogel Storch iſt, der ihn freſſen Vo
will! Nur keine Sentimentalitäten! Nur keine Welt⸗ eel beglückereien!“
Der Hofarzt fuhr im Gebirge umher, ſich immer bn
in der Nähe des Telegraphen haltend und jeden Tag ds
zweimal Bericht erſtattend. Er verzweifelte am Ge⸗ lingen ſeines Auftrages und ſchrieb ſeinem Chef, daß er keine verheirathete Frau finde, ledige dagegen vor⸗
Stu
treffliche; er ſchlage daher vor, da man doch die Fürſtin in
nicht täuſchen dürfe, ſchnell die Tauglichſte mit ihrem nit Geliebten trauen zu laſſen.
In der Gegend des Sees wartete er auf Antwort,


