Telegraphendrähte betrachtete, die bereits auch hier über alle Berge klettern und durch alle Thäler ziehen, lächelte er vor ſich hin.„Ich bin auch nichts als ein fortgeſchickter elektriſcher Funke, nur weiß mein Meiſter nicht, wo ich anlange. Aber eigentlich bin ich ein Märchengeiſt; ich bringe Geld und Ueberfluß in eine unſcheinbare Hütte, denn eine reiche Bäuerin bekomm' ich nicht. Wo biſt du, edle Nährmutter?“
Der Hofarzt ſchaute lächelnd in die weite Landſchaft, und um ihn ſpielten und verflogen Bilder aller Art, wie die Rauchwölkchen ſeiner Cigarre ihn umſpielten und in die Luft verflogen.
Es war bereits Nacht, als man einem kleinen Badeort im Gebirge zufuhr.
Der Lakai ging neben dem Poſtillon bergan zu Fuß; der Hofarzt hatte ihm die Miſſion mitgetheilt, welche ſie auf dieſer Reiſe hatten. Die Beiden hatten ſchon ganz andere Abenteuer in fernen Ländern mit einander be⸗ ſtanden. Jetzt beſprach ſich Baum mit dem Poſtillon über Leben und Sterben in der Gegend, und kam ſehr geſchickt darauf, ſich nach jungen Wöchnerinnen zu er⸗ kundigen. Da war er juſt an den rechten Mann ge⸗ kommen: die Mutter des Poſtillons war Hebamme— ſie hatte nur den Fehler, daß ſie bereits todt war.
Der Doctor im Wagen ſtreckte ſich behaglich; er hat nun doch eine Handhabe, wie er die ſeltſame Sache angreifen konnte: an die Hebammen in den Dörfern muß er ſich wenden, man muß ihnen nur nicht ſo— fort ſagen, für wen man die Nährmutter ſucht, ſonſt kommt man gar nicht mehr los. Als es wieder zum
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