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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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zu müſſen glaubte? fragte der Unterſuchungsrichter, während ſein Blick prüfend auf der früheren Schauſpielerin ruhte.

Nein, aus ſeinen Aeußerungen ging nur hervor, daß jene Frau hier Freunde haben muß, welche ihre Vergangenheit ken⸗ nen und ſie ſofort unterrichten, wenn ihr Gefahr droht.

Und weshalb drangen Sie nicht darauf, daß die in Ausſicht geſtellten Mittheilungen Ihnen noch geſtern Abend gemacht wurden?

Hurter verlangte, daß die Penſion ihm durch ein ſchriftliches Document ſicher geſtellt werde.

Hätte das nicht auch geſtern Abend geſchehen können?

Gewiß. Aber Hurter wollte bis heute Morgen warten und es lag auch in meiner Abſicht, meine Gattin vorher vorzubereiten. Nur weiß ich nicht, hat er nun die Wahrheit geſagt oder wars eine Lüge, mit der er aus dem Leben ſcheiden wollte, um mir Aufregung zu hinterlaſſen und den Seelenfrieden meiner Gattin für immer zu zerſtören!

Haben Sie Grund, das letztere wahrſcheinlich zu halten? fragte der Gerichtsrath

Er haßte mich, ich hatte ihm, als er ſeine vermeintlichen An⸗ ſprüche auf eine Penſion geltend machte, die Thüre gezeigt, und er wußte, daß ich ihn verachtete.

Wieder ein Motiv für den Selbſtmord! bemerkte der Doctor.

Es iſt nicht denkbar, daß er dieſe Lüge erſonnen haben ſoll, ſagte der Polizeirath,ich erinnere mich, daß er Aeußerungen fallen ließ, die derzeit mir dankel waren, nun aber mir verſtänd⸗ lich ſind. Wir haben wohl nichts mehr hier zu thun, Herr Ba⸗ ron, man wird jetzt die Einwohner dieſes Hauſes verhören, darf ich Sie um eine kurze Unterredung bitten?

Baron Udo folgte ihm, ſie gingen in das Zimmer der Frau Winkel.

Können Sie für dieſe Frau bürgen? fragte der Baron leiſe.

Jawohl. Hm, ſie könnte eine Freundin der Wärterin ſein Befürchten Sie das nicht, ich kenne ſie genau, und ich wie⸗

derhole Ihnen, daß ich für ſie bürgen n. Wäre ich meiner-