198
völligen Hingebung nicht würdig ſcheint.— Du willſt aus ſeinen bisherigen Handlungen bemerkt haben, daß er meine innige Liebe ſeiner Neigung zu Abenteuern, zu ritterlichen Irrfahrten,— dieſes iſt ja der Ausdruck, den Du gebrauchſt,— nachſetzt, und daß er das wirre Welttreiben ſtets dem Familienglücke vorziehen werde. Sieh, Helene, was Du ihm zum Vorwurfe machſt, iſt ge⸗ rade das, was ihn von der großen Menge auszeichnet;— ſein ſonderbares Schickſal hat ihn zum Abenteurer gemacht, aber ſein edler Geiſt hat ihn über dieſen erhoben,— er hatte auf die leiſe Stimme gehorcht, die es ihm ſagte, daß es einen edleren Beruf gebe, als den, ſich mit Schmugglern und Freibeutern herumzutreiben, und er war dieſer Stimme gefolgt. Wenn ein Jüngling, der von Kindheit an durch Eltern, Lehrer, Beiſpiel und gute Leitung geführt, ſeinen Weg anſtändig durch's Leben geht, ſo kann es uns nicht überraſchen;— wenn aber Einer unter Verhältniſſen wie Francis aufgewachſen, alle Schwierigkeiten überwindet, alle Hinderniſſe bekämpft, um ſich die Bahn zu einer würdi⸗ gen Stellungunter ſeinen Mitbürgernzu ebenen, dann können wir an dem Adel der Seele, welche dieſen Jüngling belebt, nicht zweifeln,— und dieſer wahrhaftige Adel iſt es, den ich ſchätze, hochachte,— den ich liebe, mit aller Hingebung liebe. Du nennſt Francis einen Abenteurer,— wäre er dieſes, ſo hätte er damals, als das Meer ihn an die
*


