Teil eines Werkes 
Entstehung
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Eliſe Ewouts.die alte Tekla hat es geſagt, und wir haben alle die innere Ueberzeugung, daß mit einem ſchuldloſen Herzen und ruhigen Gewiſſen der Menſch nie ganz unglücklich ſeyn kann. Eliſens Bei⸗ ſpiel beſtätigt dies auf's Neue. Lange Zeit drückten die Leiden ſie nieder, welche bald noch durch den Tod ihres Vaters vermehrt wurden. Der Stolz des alten Mannes, womit er ſich ſeines Glaubens rühmte und die Irrlehre bekämpfte, war ganz gewichen; der Gedanke, daß ſeine Nachbaren von ihm ſagen konnten, er habe nicht allein mit den Arminianern und Prinzenmördern in Ge⸗ meinſchaft geſtanden, ſondern ſogar ſeine Tochter an einen ſolchen verlobt, nagte unaufhörlich an ſeinem Her⸗ zen, und dieſer Wurm wurde noch durch den ſo unaus⸗ ſprechlichen Schmerz ſeiner geliebten Tochter gerührt. Er verfiel in eine Krankheit, wo er ſogleich ſeinen Tod vorausſah. Wenige Augenblicke vor ſeinem Ende ſegnete er ſeine Tochter, welche knieend vor ſeinem Bette lag; darauf legte er gelaſſen ſein Haupt wieder auf das Kiſſen, faltete die Hände und ſprach:Nun, Herr! laß deinen Knecht in Frieden ziehen, und hauchte ſeinen letzten Seuf⸗ zer aus. Erſt nach ſeinem Tode nahm Eliſe Emma's Vorſchlag an, eine Zeitlang bei ihr zu wohnen. Die Herberge wurde verkauft, und Eliſe, im Beſitze eines guten Vermögens, ließ ſich im Haag, in der Nähe ihrer angeſehene Freundin, nieder. Noch mehrere warben um ihre Hand, doch ſie wieß, wie meine Leſerinnen auch nicht anders vermuthen werden, einen jeden Antrag ab. Sie verwandte ihre Zeit auf die Ausübung ihrer religiöſen Pflichten und Verrichten guter Werke.

Jerome, ihr trauernder Geliebter und unſchuldige Urſache aller ihrer Leiden, wurde von dem Prinzen und den Staaten reichlich belohnt. Die Alles heilende Zeit milderte auch einigermaßen den Schmerz des wackern Jungen, ſo daß er ſeinen Dienſt treu verſah und zu