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ſchlagene Kragen des Makintoſh den größern Theil ſeines Geſichts verdeckte.—
Die Straße Vendome, welche ihren Namen dem letzten Großprior der franzöſiſchen„Zunge“ ver⸗
dankt, bezeichnet noch eine der Grenzen des ehe⸗
maligen Beſitzthums der Ritter von St. Johannes von Jeruſalem. Obwohl ſie an das handeltreibende geräuſchvolle Paris grenzt, gehört ſie doch eigentlich ſchon dem Marais an und ihre ſtille Ruhe ſticht von dem geſchäftigen Lärme des nahen Boulevard ab. Zwiſchen ihr und der Gruppe von Theatern, welche einander die wankelmüthige Gunſt des Pariſer Vol⸗ kes ſtreitig machen, zieht ſich nur eine ſchmale Häu⸗
ſerlinie hin, die aber wie eine Welt iſt. Die Be⸗
wohner dieſer Häuſer grenzen auf der einen Seite an die Wüſte, auf der andern an die Menge.
Unſer Mann ging in der Vendome⸗Straße dicht
an den Häuſern hin und gab ſich das Ausſehen, als habe er ein galantes Abenteuer im Auge. Trotz ſeiner großen Luſt konnte er aber doch ſeinen Schritten eine ſteife Schwere nicht nehmen. Die ſteifen Falten ſeines„Waſſerdichten“ verhüllten nur halb eine ſtark ausgeprägte Neigung zur Wohl⸗ beleibtheit und die Folge aller ſeiner Bemühungen war weiter nichts, als daß er wie ein ehemals jun⸗ ger Mann ausſah.
Ein ſolches Ausſehen iſt in der Carnevalszeit


