Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
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Der Anblick des Gardaſees iſt durch die tiefblaue Farbe ſeines Waſſers und durch herrlich geformte Berge und Felſen, die ihn umgeben, einer der rei zendſten Seen, die man ſehen kann. Schöne Inſeln liegen in demſelben, doch ſind ſie, wie überhaupt die Ufer des Gardaſees, wenig bebaut, auch ſpärlich von Fremden beſucht und deßhalb wenig bekannt. Es liegt dieß häuptſächlich wohl daran, daß dem Fremden die Transportmittel,Dampfboote, Eilwa⸗ gen nicht ſo häufig und bequem zu Gebote ſtehen, wie an dem Comer See und Lago maggiore. Auch ſieht man hier wenig Landhäuſer und Villen, und größere Städte wie Lecco und Como fehlen gänzlich. Die Partien auf dem Gardaſee ſollen großartig und reizend ſeyn und ſehr der Mühe lohnen, ihnen einige Tage zu widmen. Man findet in den Städten De ſenzano und Riva gute Gaſthöfe, und die Preiſe für Fahrten auf dem Gardaſee ſind ſehr billig. Die Um gebungen des Gardaſees ſind ernſter und großartiger, als die der andern italieniſchen Seen. Er iſt ein, ächter Alpenſee, in heitern klaren Tagen voll lieb licher und pittoresker Schönheit, aber leicht erregbar und bei Gewitter und Sturm ſehr gefährlich. Der Poſtillon verſicherte mich, daß ſeine Wellen oftmals bis auf die Straße von Deſenzano herüberſchlagen.

Bald fuhren wir weiter und erreichten in kurzer

P.