glücklicherweiſe nicht der Fall war, ſo hatte ſich die Bürgerwehr angeblich nur zu Aufrechthaltung der Ord⸗ nung conſtituirt, ja empfing die zurückkehrenden Trup⸗ pen an manchen Orten in Parade, präſentirte das Gewehr und lieferte alsdann ihre Waffen ruhig wie— der ab. An manchen Orten mochte es, ſo wie dieß verlangt wurde, nun freilich mit dieſem friedlichen Be⸗ nehmen Ernſt und daher dieſe neu entſtandene Civica ſehr erfreut geweſen ſeyn, als ſie bei der Rückkehr der Oeſterreicher ihres Dienſtes enthoben wurden. Anders aber geſtalteten ſich die Dinge in der Hauptſtadt Brescia, deren Einwohner unter allen Lombarden für die trotzigſten und tapferſten gelten. „Was vom Regimente Haugwitz,“ ſagt der Bericht— erſtatter der italieniſchen Ereigniſſe in Italien,„vori⸗ ges Jahr in ſeiner Treue verharrte, ſchlug ſich tapfer für Oeſterreich, was abfiel, war kein verächtlicher
Feind,“ und die Piemonteſen rühmten die Brescianer
ihres 21. Regiments. Schon in alter Zeit galt be— kanntlich Brescia für eine unruhige Stadt. Im Jahre 1796 empörten ſie ſich, von den Franzoſen auf⸗ gehetzt, gegen die Stadt Venedig, ihr rechtmäßiges Oberhaupt, und riefen die Franzoſen in's Land. So wurden ſie Unterthanen Frankreichs, welches ſie da mit eiſerner Ruthe im Zaum hielt. Dennoch fand ſpäter Oeſterreichs milder Scepter an ihnen keine


