vollſtändig umzingelt hatten. Umſonſt veröffentlichte die Behörde ein Bulletin von dem Gefechte bei Mortara, umſonſt ließ ſie es an die Straßenecken und Plätze anheften, man lachte darüber und zuckte ungläubig die Achſeln, weil das Placat keine Unterſchrift hatte.
Außerdem fehlte es nicht an Perſonen, welche von dem Schauplatz der Kämpfe Nachrichten erhalten haben wollten und die lügenhafteſten Berichte über die Siege der Piemonteſen verbreiteten. Aus dieſem Kaffeehausgeſchwätz nun formirten leichtſinnige bös— willige Menſchen ſogar eine Wafefenſtillſtandsurkunde mit den härteſten Bedingungen für die Oeſterreicher, welche der geſchlagene Feldmarſchall ſich gezwungen ſah, anzunehmen.
In Mailand ſelbſt hatten die Lügen weiter keine Folgen, als einzelne Reibereien zwiſchen Gensdarmerie und Leuten der niederen Volksklaſſen, welche Auftritte jedoch ſelbſt noch am Tage des Einzugs ſtatt fanden. So wurden zwei Offiziere, die den Truppen entgegen ritten, an dieſem Tage vom Pöbel beläſtigt und wä⸗ ren wahrſcheinlich ernſtlich inſultirt worden, wenn nicht in dieſem Augenblicke in der Nähe der betreffen⸗ den Straße ein heimkehrendes Regiment mit feſtem Schritt und luſtiger Feldmuſik einmarſchirt wäre. Bei dieſem Anblick aber, welcher die gehegten Erwartungen „eine geſchlagene Armee einziehen zu ſehen,“ auf das


