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Achtzehnter Brief.
An den Grafen Julius von Béthizy. (Vormaligen Oberſt der kaiſerlichen Garde.)
Washington,——
Ich ſchreibe dieſen Brief aus der kleinen Hauptſtadt dieſes großen Freiſtaates. Nachdem wir ſo lange in Bal⸗ timore verweilt hatten, bis alle Gruͤnde zu weiterem Verzug erſchoͤpft waren, wandten wir uns nicht ohne Straͤuben gegen Weſten. Cadwallader hatte mir verſchie⸗ dene, geſchaͤftig ausſehende Fremde gezeigt, die mit gra⸗ vitaͤtiſcher Miene(mochte ſie nun angenommen ſeyn oder nicht) durch die Straßen gingen, und fluͤſterte mir in's Ohr, es ſeyen Mitglieder des Congreſſes, auf dem Wege nach dem Sitz der Regierung begriffen. Dieſer Wink durfte nicht unbeachtet bleiben; wir entrißen uns alſo den feſ⸗ ſelnden Reizen ſchoͤner Augen und ſuͤßer Stimmen, ſetz⸗ ten uns raſch in den Wagen und ſprengten die Kette des Zaubers, der mich, wie der Magnet Mahomeds Sarg, ſo lange zwiſchen Himmel und Erde ſchwebend erhalten hatte. Ach mein lieber Julius, ich geſtehe, daß ich mich 24 Stunden lang des tuͤckiſchen Gedankens, den Stuhl bei unſerem ſelbſtverlaͤugnenden Kapitel, deſſen ich ſo wenig wuͤrdig bin, einem ſtarkmuͤthigeren Nachfolger zu uͤber⸗ laſſen, nicht entſchlagen konnte. Aber ein Entſchluß, der mich ſiegreich ſchon durch ſo manche aͤhnliche Gefahren


