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ſamen gefühlloſen Mörder von einem frommen Mitleide für die arme Seele ihres Schlachtopfers ergriffen wurden.
Ein jeder von ihnen legte einen Grano Ganderthalt Pfen⸗ ninge) in den Beutel.
Zugleich küßte der Spender die rothen Seelen auf dem Klingelbeutel des terminirenden Bettelmönchs.
Uebrigens ſieht man ſolche wohl noch heute faſt täglich in Neapel gehen; ſie werden gleichſam für die Unterpächter der armen Seelen im Fegfeuer gehalten, und unausgeſetzt ertönt durch die Straßen der Ruf:„per l'anima del purgatorio!“(für die Seelen im Fegfeuer.)
Der Mönch war bis in die Nähe des Unglücklichen ge⸗ kommen, den er lange betrachtete.
Der Prinz mußte ihm fremd geweſen ſein, denn er hatte auch jetzt kein Zeichen des Staunens oder der Ehrfurcht gegeben.
Er zog ein ſilbernes Crucifir aus dem Buſen, welches er ihm zum Kuſſe hinhielt.
— Maria purissima! ſprach er mit ſalbungsvoller Stimme.
Giulio wendete ſich ab und warf auf den Mönch einen
Blick voll Hohn und Staunen.
Wäre er nicht gefeſſelt geweſen, er würde ihn vielleicht mit Abſcheu von ſich geſtoßen haben.
Der Mönch hatte ſeine Hand zum Segen erhoben, dieſe aber wurde plötzlich feſtgehalten.
— Padre, rief der Bandit, der dies that, mit allen Zeichen des Entſetzens; der arme Sünder hat noch nicht gebeichtet!
— hUſpetto, ſchrie der Galeerenprieſter mit einer wahn⸗ ſinnigen Geſtikulation, indem er zu ſeinem ehemaligen Amts⸗ bruder trat; denkt Euch, mein Bruder, dieſes Geſindel, dem ich ſchon ſeit langer Zeit angehöre, will es wagen unſerem Herrgott eine Seele zu ſtehlen.
Der Kapuziner war durch den Anblick dieſes Prieſters und Galeerenſclaven in einer Perſon, doch ein wenig alterirt, nament⸗ lich als er ihn Bruder nannte.
— Was haſt Du gethan, Figlio mio, daß Du zu ihnen gekommen biſt? fragte er.
— Ich habe menſchlich gefehlt, wie Ihr Alle, mein Bruder, doch ſtören wir nicht die heilige Handlung.
— Alſo der Delinquent hat noch nicht gebeichtet?


