Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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am duftigen Gipfel des wie in der Luft ſchwebenden Caſtells San Ermo.

Hoch im tiefblauen Aether ſchwammen die vergoldeten Fel⸗ der des Veſuv mit ſeiner leichten Rauchwolke; in tiefen Schatten ruhten die Häuſermaſſen der, wie ein Amphitheater den reizen⸗ den Meerbuſen umgebenden Stadt.

Weit hinaus, jenſeits dieſer Maſſen, blitzten die Bergkuppen der Appenninen, und gegenüber, auf der Höhe der See, da, wo

die Vorgebirge Campanella und Miſene den Golf umfangen, er⸗

hoben ſich als Wächter der Bucht in klaren, duftigen Umriſſen die groteske Felſeninſel Iſchia, die Wellenlinien der Inſel Cnpri und die liebliche Procida. 1

Im Angeſichte dieſes unausſprechlich reizenden Panorama's, welches das Entzücken aller Fremden bildet, am Strande von Neapel herrſchte eine unheimliche Stille unter der ſonſt ſo be⸗ wegten Maſſe des Volkes. Auf der glänzenden Strada di Chiaja, die ſonſt in den Abendſtunden mit prachtvollen Caroſſen und Menſchen überfüllt war, ſah man nur noch gewöhnliche Wagen, als ob die reiche und vornehme Welt ſich ſcheute, am Vorabend einer furchtbaren Volksherrſchaft ſich blicken zu laſſen.

Allmälig aber fanden ſich Lazzaroni, Fiſcher und andere Einwohner, unter dieſen auch Edelleute, ein, welche ſich dem Stande nach gruppirten. 1

Man flüſterte heimlich mit einander und es hatte den An⸗ ſtrich, als ob wichtige Berathungen vor ſich gingen.

Eine halbe Stunde währte dieſe Scene, dann gingen alle wieder von einander und ein aufmerkſames Auge hätte bemerkt, daß jeder Einzelne in ſeinen Händen einen Papierſtreifen hielt.

In der Toledoſtraße ſah man einen Cavalier ſchnellen Schrit⸗ tes einen Pallaſt betreten, welcher, als er in ein Zimmer deſſel⸗ ben eintrat, ſchon viele Andere verſammelt ſah, unter dieſen auch Giiuulio Caraffa. Es war von den Zuſtänden Neapels die Redez Giulio Caraffa ſprach mit großer Begeiſterung von der Hülfe, die man dem unterdrückten Volke endlich zu Theil werden laſſen müßte! 1

Der Uebermuth der Fremdherrſchaft, ſagte er, kennt keine Grenzen mehr und endlich müſſen wir, in deren Adern edles Neapolitanerblut rinnt, handeln. Soll uns das Volk be⸗

chämen und zuerſt Hand an das große Werk der Befreiung

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