hätte, ſo beeile ich mich bei der geringſten Furcht in dieſer Hinſicht, Sie mit dem Rechte zu warnen und zu bitten, das mir die Freundſchaft gegeben hat. Sie möchten Ihren Frieden, Ihre Zukunft, Ihr ſchönes, edles Herz wohl bewahren, und nicht dieß Alles einem
unmäßigen Grame Preis geben, der Ihr ganzes We⸗ g
ſen zerſtören und endlich den hohen Geiſt beugen würde, der darin ſeine Heimath hat.“—(Von Neuem durch⸗ las Blum die Gedanken, die er hier hingeworfen und ausgeführt hatte, und fühlte ſich mit dieſem Theil ſei⸗ nes Briefes ſichtlich zufrieden, denn er war der An⸗ ſicht, daß derſelbe, die Wärme in gewiſſen Ausdrücken ausgenommen, ganz paſſend unter die Rubrik der väter⸗ lichen Räthe gezählt werden dürfte. Jetzt aber ſollte er ſich auf einen Gegenſtand einlaſſen, der etwas kitz⸗ licher war: Marie wollte Nachrichten von Leilern ha⸗ ben, Blum ſelbſt beſaß nur wenige der Art; und übe
r⸗ dieß machte jetzt jede perſönliche Berührung mit dem 1
einſt ſo geſchätzten und geliebten Freunde, beſonders, wenn er mit ihr darüber ſprechen ſollte, einen gar zu unangenehmen und widrigen Eindruck auf ihn. Es mußte jedoch geſchehen, und nachdem die Feder dreimal geſchnitten und probirt worden war, und Blum ſich indeſſen gehörig die Stirne gerieben hatte, nahm er den Faden folgendermaßen wieder auf:) 1
„Einen Theil Ihres Briefes, Marie, wäre ich ver⸗ ſucht, eine Schwachheit zu nennen, wenn ich nicht zu gleicher Zeit, wo ich ihn verdammen möchte, auch zu⸗ geben müßte, daß dieß Begehren natürlich, daß es ver⸗ zeihlich iſt: Ich meine Ihre Nachfrage wegen Leilern. Ich habe zwei Briefe von ihm erhalten; den erſten ſchrieb er während ſeiner Reiſe durch Dänemark, den zweiten bei ſeiner Ankunft in Schweden und an dem beſtimmten Orte. Wie ich daraus ſchließen kann, war
ſein Gemüth ruhiger und zufriedener, ſo lange er durch Seeland und Fühnen ſtreifte; aber er ſcheint ſeine Tem⸗ paratur bedeutend geändert zu haben, ſeitdem er in Hammarby ankam, und iſt jetzt, wie der Brief ſelbſt,


