Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel.

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rungen, zieht ſich zwiſchen reizenden Landhäuſern, meiſtens Woh⸗ nungen der engliſchen Offiziere, bald hie und da von grünen Gärten begränzt, bis zur öſtlichen äußerſten Spitze des Felſens, wo man eine prachtvolle Ausſicht genießt, links und rechts die gewaltige Meeresflut, vor ſich die maleriſchen Berge der afrikaniſchen Küſte in dunkel violetter Färbung.

Auf dem Rückwege ſtieg Herr Conſul Schott mit uns ein paar hundert Schritte den Felſen hinan und brachte uns zu einem kleinen höchſt eigenthümlichen Garten, ganz verdeckt in einer Fels⸗ ſpalte liegend, deſſen Entſtehung er uns erzählte. So wenig man hier in Gibraltar verhindert wird, zwiſchen den unteren Batterien ſpazieren zu gehen, ſo ſtreng iſt es verboten, irgendwo zu zeichnen oder etwas am Erdreich zu verändern. Nun meldete eines Tages eine Patrouille, die den Felſen umkreiste, ſie habe dort oben auf der Höhe einen höchſt ſonderbaren Garten entdeckt. Ein Schuhmacher von Gibraltar nämlich hatte den verbotenen Platz da oben geebnet und nach ſeinem Geſchmacke angelegt. Der Gou⸗ verneur mit einigen Offizieren ſah ſich bewogen, hinaufzuklettern und fand nun da eine Anlage der komiſchſten Art, wie wir ſie heute noch ſahen. Am Eingang ſtand das alte verſtümmelte Holz⸗ bild eines Schiffsſchnabels, irgend ein engliſcher Admiral, dem eine Thonpfeife im Munde ſteckte; daneben aus dem Geſtein traten ein paar Pferdsköpfe hervor, weiter oben einzelne hölzerne Arme und Beine, die der Schuſter Gott weiß wo aufgefunden; dann kam man auf eine kleine Terraſſe, wo die Felswand auf der einen Seite mit allen möglichen Porzellan⸗ und Glasſcherben geſchmückt war; unten in einer Höhlung lag ein ausgeſtopftes Reh und in ver⸗ ſchiedenen natürlichen Niſchen wahrhaft ſchreckliche Ungethüme, menſchliche Statuen vorſtellend, die der Eigenthümer ſelbſt aus Kalk und Gyps gemacht; auch Eva war da, am Feigenbaume ſtehend, und neben ihr ſtellte ein alter Cactusſtengel die Schlange vor. Die Terraſſe führt in eine Höhle des Felſens, welche der Schuſter„das Muſeum“ nannte, und hier ſtand bei einander, was er ſeit langen Jahren in Trödelbuden gefunden, zerſtückelte