Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Nach Italien. 19

gleich undeutlich, aus dem Nebel und Regen hervor. Und was für ein Regen war es, mit dem wir heute bedient wurden: man hätte das Waſſer zuweilen füglich einen Wolkenbruch nennen kön⸗ nen, wobei ich übrigens meinem Regenmantel zulieb tapfer auf dem Verdeck aushielt, faſt allein mit einem dicken italieniſchen Ehepaar, das ſich indeſſen unter dem Schutz eines ſo koloſſalen rothſeidenen Regenſchirms befand, wie ich nie etwas ähnliches geſehen, ſowie mit dem Lenker unſeres Schiffes, der, in graues Wachstuch gehüllt, zuſammengekauert am Steuerruder, ſaß und mit ſeinem ebenfalls grauen Geſicht einer verwitterten Steinfigur glich, auf die ein Waſſerfall herabſtürzt, deſſen Tropfen nach allen Seiten hinausſpritzen.

Zuweilen warf ich einen Blick in die Cajüte, doch da unten war es indeſſen fürchterlich geworden, das Dampfboot hielt nämlich jeden Augenblick um zahlreiche Paſſagiere aufzunehmen, die in großen mit Segeltuch überſpannten Barken trotz des ſtrömenden Regens von allen Seiten ankamen. Dabei gab es komiſche Auf⸗ tritte genug; die ängſtliche Haſt, mit der man ſuchte an Bord zu kommen verurſachte manchen Fehltritt, manche Vergeßlichkeit, und oft wenn die Barken ſchon wieder abgefahren waren, ſtürzte irgendeine Dame an die Schiffswand und ſchrie nach einem Paket⸗ chen oder nach ihrem Sonnenſchirm, den ſie in der Eile zurück⸗ gelaſſen. Ja es waren viele Sonnenſchirme heute zu ſehen, und dazu reiche und elegante Toiletten, für ſchönes Wetter eingerichtet von Unglücklichen, die ſich nach dem heitern Himmel von heute Morgen eingerichtet, auf eine Fahrt über den herrlichen See gefreut und nun ſo ſchlimm von Wind und Regen mitgenom⸗ men wurden. Da ſaßen ſie denn alle zuſammengepfropft in der engen Cajütte mit langen Geſichtern, und in einer wahrhaft unerträglichen Hitze.

Bis jetzt hatte der Wind nicht vermocht, die Regenwolken zu zertheilen, oder über den See hinwegzujagen, ſie hingen faſt unbeweglich und ſchwer zwiſchen den Bergen; glücklicherweiſe aber

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