Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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Abbruch auch dieſes Hauſes ging und die Zimmer den Blicken der Neugierigen bloßgelegt wurden. Man hatte allerdings durch einen Bretterzaun rings umher den Strom derſelben abhalten wollen, was auch einigermaßen ge⸗ lungen war, doch gab es junge und auch ältere Wage⸗ hälſe genug, die hinüber kletterten, um ſich in der früheren Behauſung der Herren Gebrüder Schropps umzuſchauen, wobei man vor Allem über die Einfachheit, ja, Aerm⸗ lichkeit derſelben erſtaunte. Allerdings hatten die Schropps damals noch nicht für reich gelten können, mußten aber immerhin wohlhabend geweſen ſein, und dafür hatten ſie dürftig genug gewohnt. Hier in ihrem Hauſe ſah man alle Wände nur einfach mit Kalkfarbe angeſtrichen, und die dunklen, ja ſchmutzigen Thüren ſo wie das übrige Holzwerk zeigten, daß man nie an deren Auffriſchung gedacht.

Ich weiß wohl, ſagte einer von den ehemaligen Nach⸗ barn der Schropps, der ebenfalls ſein Grundſtück an ſie verkauft hatte,warum ſich dieſe Geizhälſe ohne Tapeten geholfen; dem Papiere bleiben ſeine Schmutz⸗ und andere Flecken, während auf der bloßen Mauer ſo eine tüchtige Kalkfarbe Alles wieder zudeckt.

Und doch nicht Alles, meinte ein Anderer, der in einem düſteren Parterrezimmer an den Wänden umher⸗ blickte und auf ein paar Stellen zeigte, wo bei genauerem Betrachten eigenthümliche dunkle Streifen ſichtbar wurden; ſeht doch hierher, fuhr er fort,iſt es nicht, als ſei da Jemand mit blutigen Fingern herum gefahren?