Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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298 Dreiundſechzigſtes Kapitel.

„Und ſie iſt ſo glücklich geworden, wie ich mit großer Freude gehört.“

George von Breda biß die Lippen zuſammen, dann ſagte er mit einer Stimme, die ſehr ruhig klang:„Ich glaube und hoffe ſo. Sie hat erreicht, was für ein junges Mädchen das Wünſchenswertheſte ſcheint; ſie hat, wie man ſo ſagt, eine vor⸗ treffliche Partie gemacht; ſie iſt ſeit geſtern Gräfin Helfenberg.“

Der Baron ſprach das anſcheinend ſehr gleichgültig, ja, vergnügt, doch ſchien er den Blick der alten Frau nicht ertra⸗ gen zu können, denn er hob die Augen zum blauen Himmel empor und ſeine Stimme zitterte ein wenig, als er den Na⸗ men ſeines Freundes ausſprach.— Ein furchtbares Geſchick! klang es in ſeinem tiefſten Innern; aber da ich es über mich vermocht, das ruhig zu ſagen, was ich eben geſagt, ſo wird es mir auch wohl gelingen, nach und nach das Gleichgewicht wieder zu finden.

„Sie werden den Grafen und die— Gräfin auf Strom⸗ berg ſehen,“ ſagte er nach einer Pauſe;„ſie wollen nach einer längeren Reiſe dort leben.“

„Und Sie, gnädiger Herr, Sie werden auch häufig hin⸗ aus kommen?“ fragte die alte Frau.„O, wenn es mir er⸗ laubt wäre, zu ſagen, daß es mich glücklich machen würde, dort alle wieder vereinigt zu ſehen, deren ich mich aus den Zeiten der hochverehrten Gräfin Eller mit ſo vieler Liebe er⸗ innere!“

„Vorderhand muß ich darauf verzichten,“ gab der Baron zur Antwort.„Ich bin im Begriff, eine größere Reiſe zu machen, die mich vielleicht ein volles Jahr von hier entfernt halten wird. Schon lange trug ſich meine Frau mit dem

Wunſche, fremde Länder zu ſehen, weßhalb wir heute auf

länger die Stadt verlaſſen.“