Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
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„Daß Sie eines Morgens dieſelbe Glocke, die dort tönt, wieder anſchlagen hören, und daß man Ihnen dann auf Ihre Frage ſagen wird: Es iſt für den Grafen Helfenberg,— nur ein Wunder, daß es ſo lange gedauert hat!——— Doch weg mit dieſen Bildern, die mich häufig zur Unzeit geniren! Ich habe ſchon lange verſucht, mir das abzugewöh⸗ nen, Ud es gelingt mir auch in letzter Zeit beſſer. Räume ich doch dieſen finſteren Phantaſieen Rechte genug ein, wenn ich ihnen geſtatte, über mich herzufallen, ſobald ich allein bin.— O, helfen Sie mir ſie verjagen; erzählen Sie mir etwas aus der damaligen Zeit!“
„Wenn ich nur etwas wüßte,“ ſagte die Großmutter,„was Sie aus jener Zeit intereſſiren könnte!“
„Alles, wenn Sie es mir auf Ihre lebendige Art er⸗ zählen.“
Die alte Frau ſann einen Moment nach, dann blickte ſie wieder mit ihren klaren Augen vor ſich hin, und ein leichtes Lächeln ſpielte um ihre Züge.„Wie unſere Spielplätze von da⸗ mals wohl ausſehen mögen!“ ſprach ſie darauf.„Es iſt nun ſo gar lange her, daß ich nicht mehr auf Stromberg war; da wird ſich viel verändert haben.“
„An Stromberg ſelbſt mit ſeinen Gütern und Parken nicht viel,“ entgegnete der junge Mann.„Mein Vater, als er es vor langen Jahren von Ihrer ehemaligen Herrſchaft gekauft, änderte gar wenig und unterhielt alles das, was er über⸗ nahm, hauptſächlich aus Pietät gegen die frühere Beſitzerin, bei der er manche angenehme Stunde verbrachte.“
„Ja, der Herr Geſ Helfenberg war gern dort, ſehr gern,“ meinte nachſinnend die Großmutter.„Gab er doch für Stromberg, ſo viel ich mich erinnere, neben einer großen
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