Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

276 Dreizehntes Kapitel.

ſo zeigte es ſich nach und nach um die Tafel herum in recht lärmender Weiſe. Schon längſt hatten die Diener die Tafel an verſchiedenen Stellen, nach Abräumung der überflüſſigen Geſchirre, mit ſchweren ſilbernen Kühlgefäßen beſetzt, die mit fein gehacktem Eiſe gefüllt waren und aus deren jedem die Hälſe von ſechs Champagnerflaſchen hervorſchauten, wobei ſich dann alsbald das Knallen der auffliegenden Pfropfen wie ein lebhaftes Pelotonfeuer vernehmen ließ. Herr Chriſtian Kurt hatte ausdrücklich befohlen, bei dieſem Jagd⸗Diner die Flaſchen un⸗ eröffnet aufzuſtellen, und man mußte ſchon geſtehen, daß dieſes Geknatter rings umher zur Belebung dieſes reichen Gelages weſentlich beitrug. Die Gräfin mit ihren Damen hatte ſich allerdings ohne Aufſehen zu erregen entfernt, dabei aber dem General, der um den Tiſch herumgekommen war, um ihr feierlich die Hand zu küſſen, das Verſprechen gegeben, daß ſie ſpäter zum Thee wieder erſcheinen würde, wogegen Herr Chriſtian Kurt trotz ſeines hohen Alters nicht nur heiter lächelnd aushielt, ſondern auch nicht ſelten den ſchäumenden Champagnerkelch leertrank; überhaupt war es höchſt merk⸗ würdig, wie der alte Herr auch körperlich friſcher und leben⸗ diger zu werden ſchien, je tiefer es in den Abend hineinging, und doch war es durchaus noch nicht ſpät geworden hatte doch die tief dröhnende Kirchenglocke ſo eben erſt die zehnte Stunde angezeigt!

Oben am Tiſche ſorgte Dagobert ausgiebig für die Gäſte, unten Herr Renaud, und beſonders aber Doctor Herbert, der nicht nur mit dem beſten Beiſpiele voranging, ſondern auch durch kleine Trinkſprüche und Schwänke aller Art die Herren